Netzwerk für Beistände

0511 / 33 65 35 56 - Hotline zu ihrem Recht !

Täglich von 16:00 bis 18:00 Uhr

Diese Telefonnummer ist der Weg für Sie als Hilfe zur Selbsthilfe. Deutschland versteht sich als sozialer Rechtsstaat. In diesem Land sichere ich meine materielle Existenz durch Lohnarbeit.
Von dem Lohn meiner Arbeit ernähre ich mich, bezahle meine Miete, die Heizung, das Benzin für’s Auto, die Fahrradreparatur, die Monatskarte für Bus und Bahn, die Brille, das Theaterabo, den Besuch im Zoo, die Kleidung, das Sportzeug, die Mitgliedsgebühr für den Verein, die Rechnung im Restaurant, das Geburtstagsgeschenk für den Partner.
Von meinem Arbeitslohn - wenn ich kein reicher Erbe oder ein Lottomillionär bin - bekomme ich die Sicherheit, mir eine Familie zu gründen, Kinder zu haben, ein Kinderzimmer einzurichten, das Kind ein Instrument lernen zu lassen, gemeinsam in Urlaub zu fahren, die Großeltern zu besuchen.
Meine Lohnarbeit strukturiert meinen Alltag in Arbeitszeit und Freizeit, in Zeit für Pflichten und Zeiten für Hobbies und Familie, inWerktage und Feiertag, in Wochenende und Arbeitswoche.
Sie verstehen ?! So erzählt man die Geschichte der Eigenverantwortung. Nun sichert aber die Lohnarbeit in meinem Land, in Deutschland, und auch in meiner Region und Stadt - Hannover nicht mehr meine Existenz. Und auch nicht die Existenz von ca. 10% der Bevölkerung. In der Region Hannover sind allein 140.000 Menschen abhängig von finanziellen Leistungen durch den Staat. Damit meine ich nicht alte Menschen, die das Arbeitsleben hinter sich haben und eine ausreichende Altersversorgung haben, - sondern ich meine Mitmenschen im Alter bis ungefähr 65 Jahre.
Diese Menschen - WIR - können nicht die materielle eigene Existenz durch Lohnarbeit sichern.
Diese Arbeit gibt es nicht; da ist kein Arbeitgeber, der mir Lohnarbeit gibt, damit ich meine Existenz sichern kann.
Ich bin Arbeitslos, besser Erwerbslos - habe keine existenziell sichernden Einkünfte.
Das ist wohl kein böser Wille „der Arbeitgeber“ - auch keine individuelle Faulheit von mir.
Systematisch lebt unsere Gesellschaft damit, dass es nicht genügend Lohn für Arbeit gibt. Das es nicht genügend Arbeit für Lohn gibt. Das ist das System.
Ich ändere an diesem System nichts, dazu habe ich nicht die Macht und auch nicht den politischen Willen. Revolution ist nicht meine Sache.
Was bleibt mir ?
Ich berufe mich auf die Zusage meiner Mitmenschen und meines Staates, als Sozialstaat für mich zu sorgen - mir also, weil und wenn ich meine Existenz nicht selber sichern kann - mir also dieses Leben zu sichern. Das ist mein Recht. Das sagt unsere Verfassung, das sagen unsere Sozialgesetzbücher. Nur: Eigentlich das Recht haben und mein Recht zu bekommen, das sind zwei verschiedene Dinge. Die Väter und Mütter unserer Verfassung wussten und wissen, dass nicht jeder einfache Bürger alles kennen und wissen kann.
Der Staat, seine Behörden und deren Angestellte haben dafür eine Informationspflicht ! Wir haben Anspruch darauf, dass wir in diesen existenziellen Notlagen - und Arbeitslosigkeit ist eine solche Existenz gefährdende Lebenslage - umfassend über unsere Rechte aufgeklärt werden.
Nur so kann man nämlich seine Rechte wahren. In jedem Jahr werden in Hannover über 250.000 Bescheide verschickt. Bescheide, die uns amtlichmitteilen, was der Staat, die Krankenkasse, das Arbeitsamt, das Sozial- oder Wohnungsamt für richtig hält, uns zu bezahlen, weil wir in eine Notlage gekommen sind und uns das rechtlich zusteht in diesem sozialen Rechtsstaat.
Tatsache ist aber, dass diese Bescheide kein „normaler Bürger“ verstehen kann.
Ich will nicht behaupten, dass sie deshalb so kompliziert im Amtsdeutsch geschrieben wurden - manchmal kommt es mir allerdings so vor ! Es ist aber unbedingt notwendig, dass ich einen Leistungsbescheid verstehe. Ich muss ihn ja überprüfen, Fehler entdecken, schädliche Folgen abwenden, Strafen vermeiden, Pflichten aus diesem Bescheid verstehen und erfüllen. Falschem kann ich widersprechen, für mein Recht sorgen, falls es einen Fehler in der Berechnung gibt, richtigem werde ich zustimmend begegnen.
Unsere Idee zur Selbsthilfe ist ganz einfach:
Sie bekommen einen Bescheid und verstehen den nicht, sie denken, da ist ein Fehler drin, „das kann nicht stimmen !“, oder sie können mit der Konsequenz aus diesem Bescheid nicht leben - absolut zu wenig Geld?
Rufen Sie uns an - wir begleiten Sie auf Ihrem Weg zum Amt.

Das Amt muss sie umfassend, richtig über ihr Recht aufklären, informieren. Sie fürchten sich, bestimmte Dinge nicht richtig zu verstehen, sie fahren zu leicht aus Ihrer Haut, da das Amtsdeutsch sie ‚verrückt’ macht?
Gehen Sie nicht allein zum Amt ! Bitten Sie uns um Beistand. Es ist Ihr Recht (Sozialgesetzbuch 10, §13) einen Beistand mit zum Amt zu nehmen. Daraus erwächst Ihnen kein Schaden
!
So wird es viel einfacher, dass Sie sich über Ihr Recht informieren und verstehen, was das Amt von Ihnen will und ob es Fehler gibt und wie man sie beseitigen kann.
Keiner muss allein zum Amt - holen Sie sich unsere Hilfe - das kostet Sie nichts - wir wissen aus eigener Erfahrung: Es ist viel einfacher, der Behörde nicht allein gegenüber zu sitzen. Oft hilft es, mit einem Beistand seine Sachen zu klären. Nur in wenigen Fällen braucht es darüber hinaus Fachwissen und Beratung. In seltenen Fällen, braucht es sogar einen Rechtsanwalt und man muss ein Gericht anrufen, um sein Recht zu bekommen. Das versteht man alles, wenn man gut informiert ist.
Über 50 % aller Bescheide sind falsch - In der Regel zu ungunsten der Leistungsempfänger, also zu unserem Schaden. Rufen Sie uns an und fragen Sie nach einem Beistand für Ihren nächsten Gang zum Amt.
0511 / 33 65 35 56.
Täglich von 16:00 bis 18:00 Uhr sind wir für Sie erreichbar.

Bisher stehen über 20 freiwillige Helfer und Helferinnen, Beistände, bereit, um Sie zu begleiten. Natürlich können sie sich auch selber für diesen Dienst zur Verfügung stellen. Machen Sie mit nutzen Sie unser Angebot oder helfen Sie anderen Leistungsempfängern auf dem Weg zur Selbsthilfe.
(Jochen Peiler)

Unser Bündnis Hannover gegen Sozialabbau besteht seit November 2010. Nächstes Treffen für Hotliner und Beistände ist Mi. 30.03.2011, in den Räumen des DGB, 8. Etage, Otto-Brenner-Str.1 von 17:00 bis 19:15 Uhr.


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DatumTitelAufrufe
22.06.2011 09:24:24Bündnis Hannover zieht erfolgreiche Bilanz der ersten Projektphase313
16.01.2011 19:50:00Keiner muss allein zum Amt738

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